Lange ist es bereits still um mich geworden.
Wer mir nicht auf Social Media folgt, weiß nicht, dass ich seit längerer Zeit an einer Dilogie schreibe, die ich im Herbst 2026 herausbringen möchte. Alles ist vorbereitet, die Umschläge, Illustrationen, Charaktere, usw. Nur das Manuskript von Band 2 muss noch fertig geschrieben werden, was sich aufgrund einiger anderer Dinge weiter und weiter nach hinten verschiebt.
Eines dieser Dinge ist etwas, an dem ich seit 2023 herumspiele – wenn auch bis vor Kurzem nur in Form eines Gedankenspiels. Irgendwie hat es dann aber im Frühling 2026 Klick gemacht und ich habe im Hyperfokus einen ersten stabilen Build programmiert.
Damit ist indiependables geboren. Eine Plattform für Selfpublished Autor:innen und Lesende, die solche Bücher gezielt finden möchten.
Aber indiependables ist so viel mehr als nur eine simple Such-Plattform für SP-Bücher – zumindest in meinem Kopf. Langsam aber sicher arbeite ich darauf hin, es so auszubauen, dass der Rest dem entspricht, was ich mir vorstelle. Das erfordert natürlich weiter wertvolle Zeit, die ich eigentlich am Manuskript arbeiten sollte. Ich fühle mich jedoch so wohl damit, die Plattform weiterzubringen, dass ich das nicht einfach links liegen lassen kann. Und das ist ein echtes „erstes Mal“. Noch nie in über 20 Jahren Berufserfahrung habe ich das Bedürfnis verspürt, in der Freizeit ernsthaft, so mit Herzblut und allem, an einem Projekt zu arbeiten, das auch nur entfernt mit meinem Brotjob zu tun hat. Ich wollte immer nur abschalten und vergessen, bis der nächste Arbeitstag anbrach. Deswegen möchte ich die Freude über diese Tatsache noch ein wenig genießen und mich dem Projekt hingeben.
Das war die eine Sache, die mich zurückgeworfen hat. Die andere ist der Unfall Ende April, der mich einen Monat lang zum „Nichtstun“ verdammt hat. Das Schreiben an einer Tastatur war mir unmöglich. Derweil habe ich eine App entdeckt, mit der ich wenigstens an einem englischsprachigen Projekt arbeiten konnte. Das läuft super! Nur ist es eben nicht die Dilogie. Celestia und Mo kreisen mittlerweile in meinen Gedanken herum und schimpfen mit mir, dass ich ihnen gefälligst Priorität geben soll – und sie haben ja recht damit.
Und dann, zuallerletzt, der Punkt, der mir immer wieder Magenschmerzen bereitet: Der Kampf gegen genKI. Die letzten Wochen und Monate zeigen eine beängstigende Entwicklung der Leserschaft, ein Buch superschnell als KI-generiert zu verurteilen, weil sich darin stinknormale literarische Stilmittel finden. Es kommt mir zuweilen so vor, als wäre da kein Sinn und Verstand dahinter, bloß blinde Cancel-Culture – und das macht mir als Autorin Angst.
Ich achte bei jedem Schritt, den ich in Bezug auf meine Bücher vornehme, darauf, dass ich die Artists einbinde, welche mit mir an einem Projekt arbeiten. Ich bin stolz darauf, mit diesen Menschen zusammenzuarbeiten und verlinke, vernetze und informiere, wo ich kann. Aber das alles hilft genau gar nichts, wenn eine lesende Person in die Rezensionen slided und dort verkündet, das Buch sei KI-generiert, weil ein „KI-Strich“ (Geviertstrich: – ) darin vorkäme. Oder wenn eine anti-genKI-eingestellte Person auf Social Media dir vorwirft, dass dein Profilbild KI-generiert sei und auf der Meinung beharrt, obwohl sowohl Artist als auch Autorin das richtigstellen (mir im Frühling 2026 so passiert).
Dieser andauernde Kampf gegen genKI geht auf die Nieren, und irgendwie habe ich auch keine große Lust mehr, mit Menschen zu interagieren, die ich nicht wirklich kenne und bei denen ich mich sicher fühle.
Als Autor:innen sind uns meist die Hände gebunden, wenn es um Rezensionen oder öffentlicher Meinung zu einem Buch geht. Was in Großteilen ja auch fair und rechtens ist, denn das ist der Space der Leserschaft ist; doch haltlose genKI-Anschuldigungen oder gar „Ahnungen“ oder „so ein Gefühl“ schaden uns einfach nur.
Ich weiß nicht, ob das solchen Lesenden schlicht egal ist, oder ob da eine negative Intention dahinter steckt, doch die Angst, als genKI-nutzende Autorin bezeichnet zu werden, wäre sowohl eine Beleidigung an mich, aber auch an all die Mitwirkenden meiner Werke, denn sie teilen und respektieren meine Vorstellungen und Werte.
Am Ende kann ich dazu nur noch sagen: Ich liebe jede einzelne meiner Geschichten und arbeite hart daran, sie mit Stolz und Freude in die Welt hinaus zu tragen. Und ich bleibe auch weiter dabei: genKI hat in kreativen Berufen nichts verloren.
